Illusionäre Gesellschaftskonzepte 2: die Ernüchterung über die Banalität der Demokratie
Illusionäre Gesellschaftskonzepte und die Ernüchterung über die Banalität der Demokratie Was im vorigen Kapitel für das einzelne Leben beschrieben wurde, funktioniert im Kollektiv nach demselben Muster, nur mit höheren Einsätzen. Wenn ein irreales Lebenskonzept scheitert – die Karriere, der Körper, die Beziehung –, verlangt die Grammatik der Illusion nach einem Schuldigen, weil das Konzept selbst nicht in Frage gestellt werden darf. Auf der individuellen Ebene richtet sich diese Schuld meist nach innen: zu wenig Disziplin, zu wenig Glaube an sich selbst, schlechtes Umfeld, von dem man sich übermäßig hat beeinflussen lassen. Auf der kollektiven Ebene richtet sie sich nach außen. Die Sozialpsychologie nennt das „relative Deprivation“, ein Konzept, das ich so erst durch die Arbeit an diesem Kapitel kennengelernt habe (danke, Claude Opus 5), und das mich sehr überzeugte, deswegen bringe ich ein Originalzitat: „Zwischen Erwartungen und Möglichkeiten zur Wun...